Nicht die Angst muss weg, damit du handeln kannst.

Du handelst – und dadurch verändert sich die Angst. Mutschritt begleitet dich bei Konfrontationsübungen im Alltag: planen, durchführen, auswerten. Kostenlos, ohne Konto, alle Daten bleiben bei dir.

Wichtig: Mutschritt ist kein Ersatz für eine Psychotherapie und stellt keine Diagnosen.

Kennst du das?

Vermeiden fühlt sich richtig an. Genau das ist das Problem.

Die Einladung absagen. Die Treppe statt des Aufzugs. Der Umweg um die Brücke. Im Moment der Vermeidung wird es sofort leichter – und genau deshalb lernt dein Gehirn: Das war knapp. Gut, dass du nicht hingegangen bist.

So wird die Angst mit jedem Mal ein Stück größer und dein Alltag ein Stück kleiner. Der Weg hinaus führt nicht um die Angst herum, sondern in kleinen, planbaren Schritten hindurch. Dabei begleitet dich Mutschritt.

Das Herzstück

So funktioniert eine Übung

Drei Phasen, ein Ziel: dein Gehirn macht eine neue Erfahrung.

1 Vorher

Du wählst eine Übung oder legst eine eigene an. Du formulierst deine Befürchtung, schätzt, wie wahrscheinlich sie eintritt (0–100 %) und wie stark die Angst wird. Sicherheitsverhalten benennst du – und lässt es bewusst weg.

2 Während

Ein großer, ruhiger Live-Bildschirm: Timer, ein Angst-Regler, dessen Bewegungen mit Zeitstempel gespeichert werden, kurze ermutigende Botschaften. Der Notfall-Button bleibt dezent erreichbar.

3 Nachher

Ist deine Befürchtung eingetreten? Erwartung und Realität stehen sich direkt gegenüber: „Du hast 90 erwartet – es waren 60.“ Dazu: Was hast du gelernt? Welches Sicherheitsverhalten war doch dabei? Stolz-Skala, Angstverlaufskurve, Mutpunkte.

Erwartungsverletzung

Warum das wirkt

Es geht nicht darum, dass die Angst während der Übung sinkt. Es geht darum, dass dein Gehirn eine neue Erfahrung macht: Die Katastrophe, die du erwartet hast, tritt nicht ein – oder ist deutlich kleiner als gedacht.

Genau diesen Abgleich macht Mutschritt sichtbar. Vor jeder Übung fragt die App, was du befürchtest und wie wahrscheinlich das ist. Danach stellt sie Erwartung und Realität nebeneinander. Je größer die Überraschung, desto stärker das neue Lernen – so beschreibt es das inhibitorische Lernmodell, der aktuelle Goldstandard der Expositionsforschung.

Erwartete Angst vs. tatsächliche Angst

100 0 Zeit Überraschung = neues Lernen
Erwartete Angst Tatsächliche Angst
200 abgestufte Übungsvorlagen

Für welche Ängste

200 Vorlagen über alle Kategorien – und die Möglichkeit, jede eigene Übung frei anzulegen.

Spezifische Phobie

z. B. Spinnen, Höhe, Fliegen, Spritzen, Enge.

z. B. „Eine Brücke überqueren und in der Mitte nach unten schauen“

Soziale Angst

z. B. Vorträge, Smalltalk, im Mittelpunkt stehen.

z. B. „Im Café einen Sonderwunsch äußern“

Panikstörung

Angst vor Panikattacken und Körpersymptomen – Herzrasen, Schwindel, Atemnot.

z. B. „5 Minuten zügig Treppen steigen – Herzklopfen zulassen“

Agoraphobie

Angst vor Orten, aus denen man schlecht wegkommt – Menschenmengen, Bus & Bahn, enge Räume.

z. B. „Zwei Stationen allein fahren und wieder zurück“

Sorgen & Grübeln

z. B. Sorgen-Ketten, Unsicherheit schwer aushalten.

z. B. „Eine Sorge schriftlich zu Ende denken“

Gesundheitsangst

z. B. Angst vor Krankheiten, ständiges Rückversichern.

z. B. „Nach der Anstrengung bewusst nicht den Puls messen“

Alltagsangst

z. B. Prüfungen, Autofahren, Konflikte ansprechen.

z. B. „Jemandem freundlich widersprechen“

Eigene Angst

Etwas anderes – du beschreibst es selbst und legst eigene Übungen an.

Frei definierbar, mit denselben drei Phasen

Was Mutschritt bewusst nicht abdeckt

Zwangsstörungen (OCD) und PTBS/Trauma-Konfrontation. Dort ist Selbsthilfe-Exposition nicht geeignet – diese Themen gehören in fachliche Begleitung. Wir sagen das offen, weil Klarheit hier wichtiger ist als Reichweite.

Funktionen

Alles, was du für deine Übungen brauchst

Übungsvorlagen

200 abgestufte Vorlagen über alle Angstkategorien – plus frei eigene Übungen anlegen.

Profile & Angstleiter

Mehrere Angst-Profile parallel, optional mit Angstleiter. Tipp aus der Forschung: Variabilität wirkt besser als stures Abarbeiten von unten nach oben.

Überraschungskurve

Dein Verlauf zeigt: „X von Y Befürchtungen sind NICHT eingetreten.“

Erfolgs-Journal

Alle deine Lernsätze an einem Ort – zum Nachlesen an schlechten Tagen.

Mutpunkte

Punkte nach Schwierigkeit statt nach Häufigkeit. Auch ein Abbruch zählt, weil Hingehen zählt.

Erfolgs-Foto

Zu jedem Durchlauf ein Foto als Erinnerung – lokal auf deinem Gerät gespeichert.

Wissen-Tab

Artikel zum Verstehen (u. a. Angstkreislauf, Vermeidungsfalle, Sicherheitsverhalten, Mythen-Check) und geführte Werkzeuge wie 5-4-3-2-1, 4-7-8-Atmung, Bauchatmung, PMR und achtsamer Spaziergang – dazu Audio-Meditationen.

Notfall-Screen

Krisennummern jederzeit erreichbar – aus jeder Übung heraus.

Start-Screening

Validierte Instrumente (GAD-7, PHQ-Panikmodul, PHQ-9) zum Start und als Re-Test alle 4 Wochen.

Mutkarte & Strecken

Auf Wunsch zeichnet eine Übung deinen Ort oder deine Strecke auf – die Mutkarte zeigt, wie weit du schon gekommen bist. Komplett freiwillig, pro Übung wählbar.

Angsttagebuch

Kurze Einträge auch zwischen den Übungen – wie es dir geht, was dich beschäftigt.

PIN-Schutz, Export & Löschen

Optionale PIN-Sperre für die App. Deine Daten exportierst du jederzeit als Datei – oder löschst alles unwiderruflich.

Privatsphäre

Deine Daten bleiben bei dir

Angst ist oft mit Scham besetzt. Deshalb ist Mutschritt so gebaut, dass niemand mitliest – auch wir nicht.

  • Kein Konto, keine Registrierung, keine Anmeldung. Du öffnest die App und legst los.
  • Alle Daten lokal auf deinem Gerät. Offline-first – deine Inhalte werden nie übertragen. Internet nutzt die App nur für Kartenanzeige, Adresssuche und Audio-Streaming.
  • Kein Tracking, keine Werbung, kein Datenverkauf. Es gibt schlicht nichts, das übertragen wird.
  • Alles in deiner Hand. Export als lokale Datei, unwiderrufliches Löschen, optionaler PIN-Schutz – alles direkt in der App.
Für Therapeut:innen

Ein Begleiter zwischen den Sitzungen

Die Übungsprotokolle in Mutschritt sind an gängige KVT-Expositionsprotokolle angelehnt: Befürchtung mit Eintretenswahrscheinlichkeit, SUDS-Verlauf (0–100) vor, während und nach der Übung, Erfassung von Sicherheitsverhalten, Nachbereitung mit Erwartungsabgleich und Lernsatz.

Patient:innen können ihre Durchläufe so strukturiert dokumentieren und als PDF-Therapiebericht direkt aus der App exportieren. Der Bericht enthält bewusst nur, was für die Expositionsarbeit gebraucht wird – keine Fotos, keine GPS-Wege, keine Fragebogen-Ergebnisse, keine Tagebuch-Einträge. Die App arbeitet ohne Konto und ohne Cloud – alle Daten verbleiben auf dem Gerät der Patient:innen.

Wissenschaftliche Basis

Worauf Mutschritt aufbaut

Mutschritt erfindet keine eigene Methode. Die App setzt etablierte Konzepte der Expositionsforschung um. Mehr über die Methode

  1. Craske, M. G., Treanor, M., Conway, C. C., Zbozinek, T., & Vervliet, B. (2014). Maximizing exposure therapy: An inhibitory learning approach. Behaviour Research and Therapy, 58, 10–23.
  2. Craske, M. G., Treanor, M., Zbozinek, T. D., & Vervliet, B. (2022). Optimizing exposure therapy with an inhibitory retrieval approach and the OptEx Nexus. Behaviour Research and Therapy, 152, 104069.
  3. Wolpe, J. (1969). The Practice of Behavior Therapy. Pergamon Press. (SUDS-Skala, Subjective Units of Distress)
  4. Spitzer, R. L., Kroenke, K., Williams, J. B. W., & Löwe, B. (2006). A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7. Archives of Internal Medicine, 166(10), 1092–1097.
  5. Kroenke, K., Spitzer, R. L., & Williams, J. B. W. (2001). The PHQ-9: validity of a brief depression severity measure. Journal of General Internal Medicine, 16(9), 606–613.
FAQ

Häufige Fragen

Ist Mutschritt eine Therapie?

Nein. Mutschritt ist eine Selbsthilfe-App und kein Ersatz für eine Psychotherapie. Sie stellt keine Diagnosen. Die Übungen orientieren sich an gängigen Expositionsprotokollen der kognitiven Verhaltenstherapie und können eine Therapie begleiten – oder ein erster Schritt sein.

Kostet es etwas?

Nein. Mutschritt ist komplett kostenlos – ohne Abo, ohne In-App-Käufe, ohne Werbung.

Was passiert mit meinen Daten?

Alle Daten bleiben lokal auf deinem Gerät. Es gibt kein Konto, keine Registrierung, kein Tracking und keine Werbung. Ein Backup erstellst du selbst als lokalen Export – nichts verlässt dein Gerät, ohne dass du es selbst tust.

Was, wenn ich eine Übung abbreche?

Ein Abbruch ist kein Scheitern. Hingehen zählt – deshalb bekommst du auch für abgebrochene Übungen Mutpunkte. Du kannst die Übung jederzeit erneut angehen, gern in einer leichteren Abstufung.

Hilft das auch ohne Therapie?

Mutschritt begleitet dich bei Konfrontationsübungen in Eigenregie und kann ein guter erster Schritt sein. Bei starker Belastung empfehlen wir, zusätzlich professionelle Unterstützung zu suchen. Die App ersetzt keine Therapie.

Was ist mit Zwängen oder Trauma?

Zwangsstörungen (OCD) und PTBS/Trauma-Konfrontation deckt Mutschritt bewusst nicht ab. Dort ist Selbsthilfe-Exposition nicht geeignet – diese Themen gehören in fachliche Begleitung.

Brauche ich Internet?

Für deine Übungen und Daten: nein. Der Kern der App funktioniert offline, und deine Inhalte werden nie übertragen. Nur die Kartenanzeige der Mutkarte, die freiwillige Adresssuche und das Streaming der Audio-Übungen brauchen eine Verbindung.

Wann kommt die iPhone-Version?

Die iPhone-Version ist in Arbeit. Schau einfach hier auf der Seite vorbei – sobald sie verfügbar ist, findest du den Download an dieser Stelle.

Kostenlos · ohne Konto · deine Daten bleiben bei dir

Dein erster Mutschritt kann klein sein.

Such dir eine Übung aus, die machbar klingt. Mehr braucht es heute nicht.

Mutschritt ist kein Ersatz für eine Psychotherapie und stellt keine Diagnosen. Die App begleitet dich bei Übungen, die an der Expositionstherapie orientiert sind.